Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Mehr Prävention für Entwicklungsländer

Bereits am 12. November traf sich Michaela Engelmeier im Rahmen einer Sitzung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit dem US-amerikanischer Unternehmer Bill Gates.

Gates fordert mehr Engagement für die Gesundheitsvorsorge in Entwicklungsländern. Die Ebola-Epidemie in Westafrika habe gezeigt, dass die reichen Länder bisher zu wenig für die Prävention von übertragbaren Krankheiten in diesen Ländern getan hätten, sagte der Microsoft-Gründer und Stifter am Mittwoch im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Nötig seien unter anderem die Erforschung vernachlässigter Infektionskrankheiten und der weitere Aufbau von Gesundheitssystemen.

Gates unterstützt seit 1999 zusammen mit seiner Frau mit der „Bill & Melinda Gates Stiftung“ Gesundheitsprojekte in Entwicklungsländern. Der größte Teil dieses Engagements komme der „Globalen Allianz für Impfstoffe und Immunisierung“ (Gavi) zugute, die Impfkampagnen gegen übertragbare Krankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B und Gelbfieber organisiere, sagte Gates im Ausschuss. Deutschland richtet im Januar kommenden Jahres die nächste Geberkonferenz für die Impfallianz aus, die von Staaten, privaten Gebern, Weltbank, dem Kinderhilfswerk UNICEF, der Weltgesundheitsorganisationen WHO und Impfstoffherstellern getragen wird. Der deutsche Beitrag für Gavi soll sich auf 40 Millionen Euro jährlich erhöhen, insgesamt strebt die Bundesregierung an, bis 2020 Mittel in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro für Impfprogramme zur Verfügung stellen.

Gates dankte im Ausschuss unter anderem für den deutschen Beitrag für den Globalen Fonds gegen Aids, Malaria und Tuberkulose (GFATM). Mit einem jährlichen Betrag von derzeit 200 Millionen Euro sei Deutschland der drittgrößte Geber des Fonds. Gates hob die Vorreiterrolle Großbritanniens hervor, das nicht nur größter europäischer Einzelgeber des Fonds sei, sondern auch das Ziel erreicht habe, bis 2015 mindestens 0,7 Prozent seines Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen. Es sei zu hoffen, dass auch Deutschland diesem Ziel noch näher kommt als bisher.

Gates lenkte den Blick indes auch auf große Fortschritte in der Entwicklungszusammenarbeit. Als die Millenniumsentwicklungsziele vor 25 Jahren erstmals verkündet wurden, seien pro Jahr zwölf Millionen Kinder unter fünf Jahren an zumeist vermeidbaren Erkrankungen verstorben. Heute habe sich diese Zahl halbiert und diese Zahl lasse sich in den kommenden 15 Jahren nochmals halbieren, sagte Gates.