Weltkindertag 2017: für die Rechte von Kindern

Am heutigen 20. September ist Weltkindertag, der in über 145 Staaten der Welt begangen wird. Ziel des Tages ist, auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern im Allgemeinen und auf die Rolle von Kinderrechten im Speziellen aufmerksam zu machen. Kinderrechte und ihre Einhaltung sollten eigentlich selbstverständlich sein. Doch allzu oft werden in der Realität gerade die Rechte von Kindern missachtet und untergraben. Das hat vor allem zwei Gründe. Viele Erwachsene sehen Kinder „nur als kleine Menschen“, die dementsprechend auch weniger Rechte benötigen. Darüber hinaus sind Kinder aber auch immer die verletzlichsten Mitglieder einer Gesellschaft und können nur schwer selbst für ihre Rechte eintreten.

Das Argument, Menschenrechte würden auch Kinderrechte implizieren, ignoriert die Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen. Kinder haben andere Bedürfnisse, sowohl was die Ausprägung ihres Alltagslebens angeht, als auch ihren Schutz. Darum ist es wichtig, dass es die UN-Kinderrechtskonvention gibt, die am 20. November 1989 von allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (mit Ausnahme der USA) ratifiziert worden ist und die Bedürfnisse von Kindern gezielt in den Blick nimmt.

Doch das alleine kann noch nicht ausreichen. Wie allzu oft liegen zwischen Realität und Anspruch Welten. In der UN-Kinderrechtskonvention ist festgehalten, dass keine Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren als Soldaten im Militär eingesetzt werden dürfen. Dennoch werden weltweit rund 250.000 Kinder von bewaffneten Gruppen und Armeen als Soldaten missbraucht und ihrer Zukunft beraubt. Ihrer Zukunft beraubt werden auch diejenigen Kinder, die als Kinderarbeiter ausgebeutet werden. Nach Schätzungen von UNICEF müssen weltweit 168 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren – das sind elf Prozent aller Kinder – unter Bedingungen arbeiten, die sie ihrer elementaren Rechte und Chancen berauben.

Um aber überhaupt einen Anspruch auf die ihnen gegebenen Rechte zu haben, müssen Kinder in zivilen Registrierungssystemen registriert sein. Nur ein registriertes Kind ist de jure existent und kann sowohl Schutz- als auch Bürgerrechte in Anspruch nehmen. Das Recht auf Registrierung ist nicht umsonst in Artikel 7 (1) der Kinderrechtskonvention verankert. Nach Schätzungen von UNICEF sind mehr als 290 Millionen Kinder weltweit nicht registriert. In über 100 Entwicklungsländern gibt es keine gut funktionierenden Systeme, um Geburt, Heirat oder Tod zu registrieren. Geburtenregistrierung ist unerlässlich, um Kinder vor Kinderarbeit, Inhaftierung, Zwangsrekrutierung, Kinderheirat oder Kinderhandel zu schützen.

Kinderrechte sind immens wichtig, damit Kinder weltweit eine kindgerechte Jugend erleben können, frei von Gewalt oder Ausbeutung. Es geht darum für alle Kinder eine Zukunftsperspektive zu garantierten. Hierfür muss mehr getan werden, sowohl national als auch international. Die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zeigen wie eine Welt aussehen muss, in der Kinder einfach Kinder sein dürfen und können. In Deutschland ist es an der Zeit, dass sich die Politik ernsthaft mit der Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz auseinandersetzt, denn so könnten die Interessen und Rechte von Kinder besser vertreten und geschützt werden.