Weltkindertag 2016 – 28 Millionen Kinder auf der Flucht

 

„Kindern ein Zuhause geben“ – so lautet das Motto zum diesjährigen Weltkindertages am 18. September. Die Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier ruft dazu auf, die Interessen, Rechte und Bedürfnisse von Kindern in das Zentrum von Politik und Gesellschaft zu stellen.

„Eltern müssen dabei unterstützt werden, ihren Kindern ein Zuhause geben zu können, das ihre vielfältigen Fähigkeiten und Begabungen fördert – auch bei uns in Deutschland“, so Engelmeier. „Besonders bei den Bildungschancen für von Armut betroffene Kinder, in der mangelnden Umsetzung der Kinderrechte und bei der Versorgung und Integration von Flüchtlingskindern gibt es Defizite, die wir dringend beseitigen müssen“.

Fast 50 Millionen Kinder wachsen weltweit nicht an ihrem Geburtsort auf. Mehr als die Hälfte von ihnen – rund 28 Millionen Mädchen und Jungen – sind aufgrund von Kriegen und anderen gefährlichen Situationen auf der Flucht. Darin eingerechnet sind schätzungsweise 17 Millionen Kinder und Jugendliche, die innerhalb ihres eigenen Landes vertrieben wurden.

„Kinder sind niemals verantwortlich für die Ursachen von Flucht und Migration. Dennoch sind sie immer die ersten, die von den Auswirkungen betroffen sind“, so Engelmeier weiter. „Daher müssen wir die Belange von Kindern ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit stellen. Geflüchtete und migrierte Kinder, insbesondere unbegleitete Kinder, müssen vor Gewalt und Ausbeutung geschützt werden, der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung sowie psychosozialer Betreuung muss für alle geflüchteten und migrierten Kinder verbessert werden, Fluchtursachen müssen bekämpft und Maßnahmen gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung müssen gezielt gefördert werden“.

Dass die SPD diese Forderungen ernst nimmt, zeigt auch der aktuelle Haushaltsentwurf des SPD-geführten Bundesfamilienministeriums. Mit rund 9,2 Milliarden Euro ist der Etat des Ministeriums für das Jahr 2017 so groß wie nie zuvor. Allein im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik veranschlagt das Familienministerium Ausgaben von 1,06 Milliarden Euro, das sind fast 393 Millionen Euro mehr als im Jahr 2016. Mit 105 Millionen Euro sollen die Mittel für Programme zur Stärkung von Vielfalt, Toleranz und Demokratie fließen.

„Mit diesem Haushalt geben wir deutlich mehr Geld für die Familien und Kinder aus“, erläutert Engelmeier. „Wir unterstützen Familien mit modernen familienpolitischen Leistungen, die Eltern ein solides Auskommen sichern und die Kinderarmut bekämpfen. Es gibt mehr Geld für gute Kinderbetreuung und für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Denn eins ist klar: Die Unterstützung der Familien und Kinder sowie Geld für starke Strukturen in der Zivilgesellschaft sind Investitionen in den Zusammenhalt und in die Zukunft unseres Landes.“

Bündnis 90/Die Grünen und Linksfraktion unterstützen den Haushaltsentwurf. Lediglich die CDU/CSU-Fraktion scheut die zusätzlichen Ausgaben für Familien und Kinder und spricht von „unseriösen Versprechungen“, die nicht finanziert werden könnten. „Bei einem diesjährigen Haushaltsüberschuss von 12,1 Milliarden Euro ist es mehr als fragwürdig, dringend notwendige Investitionen für Familien und Kinder abzulehnen, um weiterhin an einer imaginären ‚Schwarzen Null‘ festzuhalten“, so Engelmeier abschließend.

 

Zum Weltkindertag

Der 21. September 1954 war die Geburtsstunde des Weltkindertages. Auf der neunten Vollversammlung der Vereinten Nationen empfahl diese ihren Mitgliedsstaaten, einen weltweiten Kindertag einzurichten, um den Einsatz für die Rechte der Kinder zu stärken und die Freundschaft unter den Kindern und Jugendlichen zu fördern. Außerdem: Einmal im Jahr sollten sich die Regierungen öffentlich verpflichten, kinderrechtliche Maßnahmen zu unterstützen.

Heute wird der Weltkindertag in mehr als 145 Staaten gefeiert. Die Art und Weise der Umsetzung sowie die Wahl eines geeigneten Datums stellte die Generalversammlung den UN-Mitgliedsstaaten frei. Deutschland entschied sich für den 20. September.

 

Weltkindertagsfest
Bereits am 18. September – dem Sonntag vor dem offiziellen Weltkindertag – findet das 27. Weltkindertagsfest des Deutschen Kinderhilfswerkes unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) statt. An diesem Tag verwandelt sich der Berliner Potsdamer Platz in eine gigantische Spiel- und Kulturlandschaft: Über 100 großartige, außergewöhnliche und kostenlose Mitmachaktionen werden für verschiedene Altersgruppen angeboten. Vom riesigen Humankicker, einer Strohhüpfburg, einer Kinderrechte-Rallye bis zu einem buntes Bühnenprogramm. Ob groß oder klein – alle sind herzlich eingeladen.