Tag 4: Freibad Bergneustadt

 

Der vierte und letzte Tag meines diesjährigen Sommereinsatzes führte mich in das Schmuckkästchen unter den Oberbergischen Freibädern nach Bergneustadt. Die Geschichte dieses Bades, dass vom „Sport- und Förderverein Freibad Bergneustadt“ überwiegend ehrenamtlich betrieben wird, hat mich schon immer interessiert und so lag es nahe, einen meiner Arbeitseinsätze hier zu absolvieren.

 

 

Geplant war, dass ich einen Tag lang im normalen Bäderbetrieb mitarbeite, Karten verkaufe, im Kiosk helfe und Reinigungsarbeiten übernehme, um mir vor Ort ein Bild des tagtäglichen Betriebes machen zu können und mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Leider machte uns das oberbergische Wetter einen Strich durch die Rechnung. Umso mehr hat es mich gefreut, dass der Betriebsleiter und Meister für Bäderbetriebe Malte Hübsche, der Fördervereins-Vorsitzender Harald Häck und viele weitere Vereinsmitglieder und ehrenamtliche Helfer sich trotz Nieselregens Zeit genommen haben, um mir das Bad und dessen Einrichtungen zu zeigen und mit mir über die aktuelle Situation zu sprechen.

 

 

Besonders das diesjährige Wetter macht den Betreibern zu schaffen. Mit knapp 13.500 Gästen besuchten in diesem Jahr weniger als die Hälfte der Gäste des Vorjahres das Freibad. Somit deckt der Kartenverkauf gerade einmal die Personalkosten. Die umfangreichen Betriebskosten werden nur teilweise durch Zuschüsse von der Stadt Bergneustadt aufgefangen. Des Weiteren fehlen dem Verein ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die unter anderem bereit sind, Reinigungs- und Pflegearbeiten zu übernehmen. Zudem werden neue Spinde benötigt, deren Anschaffungswert von mindestens 5.000,- EUR aus Spenden gedeckt werden müssen, und die Wasserrutsche – sicher ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Bades – muss dringend saniert werden.

 

 

Trotz aller Schwierigkeiten des laufenden Betriebes ist das Freibad Bergneustadt aus meiner Sicht eines der schönsten Bäder in der Region. Mit der großen Liege- und Spielwiese, einem Spielfeld für Beach- oder Fußball, einem Kleinkinderbecken mit Rutsche, dem Kiosk, der großen Wasserrutsche, den Sprungtürmen und vielem mehr bietet es seinen Besuchern alles, was man sich von einem Freibad nur wünscht. Hinzu kommt ein freundliches und engagiertes Team, dass das Bad mit viel Herzblut und Leidenschaft betreibt und immer für seine Gäste da ist.

 

 

Ich kann dieses großartige Engagement nur unterstützen und werbe dafür, dieses schöne Bad ausgiebig zu nutzen. Als Vizepräsidentin des Landessportbundes NRW und besonders im Hinblick auf die Tatsache, dass heute fast jedes siebte Grundschulkind noch nicht schwimmen kann, ist es zudem von größter Bedeutung, dass wir unsere Hallen- und Freibäder in der Region erhalten und deren Betrieb – und damit auch die unzähligen ehrenamtlich Tätigen – stärker unterstützen.

 

 

Um dies noch einmal zu unterstreichen, werde ich zum Saisonauftakt 2017 erneut ins Freibad kommen, um mit Garten- und Putzarbeiten dabei zu helfen, das Bad für die kommende Saison vorzubereiten.  Ich würde mich freuen, wenn sich viele weite Helferinnen und Helfer dem anschließen würden, damit wir uns auch zukünftig am sportlichen Schmuckkästchen Bergneustadts freuen können.