Sportwettbetrug gefährdet Integrität des Sports

 

Künftig drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis, wenn Sportler, Trainer, Schiedsrichter und Funktionäre Spiele manipulieren und bei Wetten Absprachen treffen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedet. Das stärkt die Integrität des Sports, erklären Michaela Engelmeier und Detlev Pilger.

„Mit der heutigen Vorlage im Bundeskabinett soll die Integrität des Sportes und das Vermögen anderer vor Manipulationen von Sportwettbewerbern besser geschützt werden. Absprachen missachten die den Sport prägenden Werte der Leistungsbereitschaft, der Fairness und des Teamgeists. Zugleich gehen Manipulationen von Sportwettbewerbern zulasten der großen Mehrheit der Sportlerinnen und Sportler, die sich fair und mannschaftsdienlich verhalten und ihre volle Leistungsbereitschaft einbringen.

Der Entwurf sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor, wenn durch die Manipulation eines Spieles ein Vermögensschaden eintritt. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Sportlerinnen und Sportler, Schiedsrichter, Trainer oder Funktionäre handelt, die in der Champions League oder Kreisklasse zu Hause sind. Weiter sieht der Entwurf eine Erweiterung auf Absprachen vor, die im Ausland für inländische Spiele getroffen wurden.

Dies ist nötig, da weltweit jährlich 700 Milliarden Euro auf Wettkämpfe eingesetzt werden. Bei den Verhandlungen am Landgericht Bochum 2009 bekamen die 14 Tatbeteiligten insgesamt 42 Jahre Freiheitsstrafe. Das zeigt, dass Wettabsprachen längst in Deutschland angekommen sind und Manipulationsabreden im Strafgesetzbuch aufgenommen werden müssen.“