Sommereinsatz 2014 Nah bei den Menschen – Unterwegs im Bergischen

Sommerloch? Nicht bei mir! In der sitzungsfreien Zeit, während der Sommerpause im Deutschen Bundestag, war ich überall im Wahlkreis unterwegs und besuchte Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Eröffnungen, Institutionen und vieles mehr.

Doch dies reicht mir nicht. Politik muss geerdet bleiben. Nur wenn man ganz nah dran ist bei den Menschen, kann man auch gute Politik für sie machen. Daher ist es wichtig den Alltag der Menschen kennen zu lernen. Nicht durch einen offiziellen Besuch oder eine einfache Besichtigung, sondern indem man gemeinsam mit ihnen arbeitet.

Aus diesem Grund habe ich den „Sommereinsatz“ ins Leben gerufen. Zusammen mit den Menschen vor Ort werde ich mich in den kommenden Jahren in der parlamentarischen Sommerpause in Unternehmen, Behörden oder sozialen Einrichtung im Bergischen engagieren und jeweils einen Tag lang mitarbeiten, um so echte Eindrücke von den Arbeitsbedingungen hautnah erleben zu können. Von meinen Eindrücken möchte ich hier kurz berichten.

Mein erster Sommereinsatz 2014 führte mich quer durchs Bergische Land…

 

TAG 1: Radio Berg
5. August 2014 – Der erste Tag meines Sommereinsatzes führte mich nach Kürten zum Lokalsender Radio Berg.
Als „Praktikantin“ der Redaktion erhielt ich einen Tag lang viele interessante Einblicke in die Arbeit eines Radio-Senders. Das tägliche Zusammenspiel von Know-how, Kreativität, Technik und Aktualität ist sehr beeindruckend.
Ein eiskalter Höhepunkt war dann die Einlösung meiner Nominierung bei der „Ice Bucket Challenge“ auf dem Dach von Radio Berg.
Vielen Dank an das gesamte Team von Radio Berg und besonders an Alex Pesch und Nicola Hoinkes.

Es war ein anstrengender aber unvergesslicher Tag bei Euch, den ich gerne wiederhole. Alles Gute und weiterhin viel Erfolg bei Eurer Arbeit!

 

TAG 2: Polizei Gummersbach
26. August 2014 – Den heutigen Sommereinsatz verbrachte ich bei der Kreispolizeibehörde in Gummersbach. Es war ein interessanter, spannender und aufregender Tag, der mir viele Einblicke in die tägliche Arbeit der Beamtinnen und Beamten ermöglichte.

Nach einem schnellen deftigen Frühstück, das ich mitgebracht hatte, und einer kurzen Einweisung ging es zunächst auf Streifendienst. Der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten: ein Verkehrsunfall, der zum Glück glimpflich ausgegangen war. Bereits kurz danach ging es mit Blaulicht zu einem Einbruch. Hier war Eile geboten, denn der Täter sollte sich noch in der Nähe aufhalten. Leider war dies nicht der Fall und so blieb uns nur noch die Spurensicherung am Tatort, bevor es zurück zur Dienstelle ging.
Hier besichtigte ich die Leitstelle inklusive Arrestzellen und lies mir die technischen und organisatorischen Abläufe erläutern. Ein anschließendes Gespräch mit dem Dienststellenleiter gab mir die Möglichkeit, mich über spezielle Situation vor Ort, die umfangreichen Aufgaben und auch Probleme und Schwierigkeiten zu informieren.

Ich bedanke mich herzlich bei allen Beteiligten bei der Polizei in Gummersbach für diesen lehrreichen Tag. Es ist schön zu sehen, wie Sie trotz des schwierigen und harten Jobs immer noch fröhlich und freundlich miteinander und mit den vielen Menschen umgehen, denen Sie tagtäglich begegnen. Ich habe großen Respekt vor Ihrer Arbeit und danke Ihnen herzlich für Ihren täglichen Einsatz für uns Bürgerinnen und Bürger.

 

TAG 3:Praxis Dr. Blettenberg
27. August 2014 – Heute lernte ich den Alltag in der Praxis von Dr. Blettenberg in Lindlar hautnah kennen und konnte einen Einblick in die Arbeit eines Landarztes gewinnen.
Auch eine Visite im Haus Tannenberg, einer offenen, vollstationären Einrichtung für psychisch veränderte Menschen, deren Patienten von Dr. Blettenberg mit besonders aufwendigen und teuren Verordnungen vor Ort behandelt werden, stand auf unserem heutigen Programm.

Es hat mich sehr beeindruckt, wie dieser engagierte und beliebte Landarzt , trotz schwierigster Bedingungen, immer noch ein offenes Ohr für seine Patienten hat, sich Zeit für deren Krankheiten und Probleme nimmt und weit über seine Sprechstundenzeit hinaus spontane Notfallpatienten irgendwie noch im Terminplan unterbringt und behandelt. Dabei steht ein tolles und engagiertes Team hinter ihm.
Für mich ist es nicht nachzuvollziehen, dass einem so engagierter Landarzt, der seinen Job nicht nur als Beruf, sondern als Berufung sieht, immer wieder „Knüppel zwischen die Beine geworfen werden“, anstatt sein Engagement zu würdigen und zu fördern.

Ich werde Dr. Blettenberg weiterhin in seiner Arbeit für die Menschen unterstützen und wünsche Ihm für sein anstehendes Gerichtsurteil alles Gute und bitte ihn weiterzumachen, denn genau solche Ärzte brauchen wir in unserem ländlichen Raum.

 

TAG 4: Dorfladen Thier
28. August 2014 – Der letzte Tag meines Sommereinsatzes führte mich in den Dorfladen in Thier, wo ich gemeinsam mit den engagierten Mitarbeitern einen Tag lang hinter der Theke stand, geputzt und Waren sortiert und im kleinen Café bedient habe.

In Zeiten von Landflucht, Kommunikationsarmut und Alterseinsamkeit ist dieser Dorfladen im Kirchdorf Thier ein besonderes Highlight und Leuchtturmprojekt.

Die Thierer haben hier nicht nur die Möglichkeit wohnortnah einzukaufen, sondern besitzen mit dem dazugehörigen Café und dem Postshop eine Anlaufstelle, die für das Dorfleben unbezahlbar ist. Ein vorbildliches Projekt, das ich mir in vielen Dörfern unseres ländlichen Raumes wünschen würde.