Schriftführerin im Deutschen Bundestag

Nein, Michaela Engelmeier muss nicht mit Stift und Papier alles mitschreiben was im Plenarsaal besprochen wird. Ganz im Gegenteil: sie darf neben dem Bundestagspräsidenten sitzen und einer ehrenamtliche Aufgabe nachkommen.

Im Bundestag gibt es immer zwei Abgeordnete, die links und rechts neben dem amtierenden Bundestagspräsidenten, seit 2005 Dr. Norbert Lammert, sitzen. Das sind die sogenannten Schriftführer und Schriftführerinnen. Die beiden Abgeordneten bilden mit dem Bundestagspräsidenten den Sitzungsvorstand. Normalerweise ist einer der Schriftführer und Schriftführerinnen von der bestehenden Koalition und einer von der Opposition.

Die Aufgaben der Schriftführer? Führen von Rednerlisten, Annehmen von Wortmeldungen und Anträgen, Vorlesen von Schriftstücken und Namenslisten bei einer Abstimmung, Feststellen des Ergebnisses einer Abstimmung und das Prüfen der Plenarprotokolle. Die Anwesenheit der Schriftführer ist notwendig für den Ablauf der Plenarsitzung, es besteht Anwesenheitspflicht.

Es gibt momentan, also in der 18. Wahlperiode, 64 Abgeordnete die von ihrer Fraktion vorgeschlagen und vom Bundestag gewählt worden sind. Somit können sich die Abgeordneten abwechseln und nach wie vor ihrer Arbeit als Mitglied des Bundestages nachgehen. Der Schriftführerdienst ist also eine zusätzliche, ehrenamtliche Aufgabe.

Die Einteilung des Schriftführerdienstes erfolgt jedes halbe Jahr. Da gibt es eine Liste auf der steht, wann welcher Abgeordnete Schriftführerdienst, Urnendienst (gibt es nur bei namentlichen Abstimmungen) oder eventuellen Hammelsprung-Dienst hat.

Seit ihrer Wahl zur Schriftführerin hatte Michaela Engelmeier 20 Mal Dienst an einer Urne, stand 5 Mal für einen möglichen „Hammelsprung“ zur Verfügung und saß 24 Mal neben dem Bundestagspräsidenten bzw. der Vertretung.