Reform der Spitzensportförderung bleibt vage

 

Nach zwei Jahren „Geheimniskrämerei“ haben der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundesinnenministerium (BMI) endlich die Reform zur Spitzensportförderung vorgestellt. Jedoch bleiben in dieser Vorlage viele Fragen offen. So lautet die Devise: Der Athlet steht im Fokus. In welcher Form, bleibt jedoch uneindeutig.

„Eines der zentralen Ansätze im neuen Konzept ist das Clustern von Disziplinen“, so die oberbergische Bundestagsabgeordnete und sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Michaela Engelmeier. „Erhalten erfolgreiche Sportarten mit einer Perspektive auf olympisches Edelmetall im „Exzellenzcluster“ eine umfangreiche finanzielle Unterstützung, müssen Disziplinen, die nur perspektivisch erfolgsversprechend sind, mit Einschnitten rechnen. Denn bei ihnen ist mit Erfolg erst in vier bis acht Jahren zu rechnen. Schlecht trifft es Disziplinen, die keine Perspektive auf eine Medaille haben. Ihnen droht keine weitere Förderung – die Disziplin läuft Gefahr auszusterben.

Mit den Vorschlägen von DOSB und BMI sind auch gesamtgesellschaftliche Fragen verbunden, die über den Fokus des Spitzensports hinausgehen. Was bedeutet die Zuspitzung der Förderstruktur auf Exzellenzcluster für Sportarten, die in der Bevölkerung eine breite Akzeptanz genießen? Werden weniger erfolgreiche Sportarten mit hoher Breitenwirkung, wie zum Beispiel Schwimmen, damit wichtiger Grundlagen für Teilhabe und Rekrutierung beraubt? Und welche Akzeptanz wird das in der Gesellschaft finden?

Diese Grundfragen und viele weitere Themen werden wir heute in der Anhörung im Sportausschuss kritisch erörtern. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert seit Langem eine grundlegende Reform im Spitzensport, die die Situation für Athletinnen und Athleten sowie Trainerinnen und Trainer verbessert. In der Vorlage von DOSB und BMI bleiben noch zu viele Antworten auf wichtige Fragen offen.“