Jugend und Parlament 2017

Das Foto zeigt Michaela Engelmeier, MdB und die Teilnehmerin Luiza von Knorre.

 

Wie in jedem Jahr seit vielen Jahren findet „Jugend und Parlament“ statt. Es ist ein Planspiel das vom Besucherdienst des Deutschen Bundestages veranstaltet wird. Dabei kommen etwa 300 Jugendliche aus ganz Deutschland nach Berlin angereist um dort für vier Tage mitzuerleben wie das Parlament funktioniert.

Hierfür können sich Jugendliche zwischen 17 und 20 Jahren bei einem Bundestagsabgeordneten aus ihrem Wahlkreis bewerben.

Auch dieses Jahr durfte sich jeder Teilnehmer für den Zeitraum vom 27. Mai bis 30. Mai einen „Spielnamen“ ausdenken, bekam eine fiktive Rolle zugewiesen die er verkörpern sollte, wurde einer fiktiven Partei angehörig und musste, auch wenn das gegen seine reale politische Überzeugung ging, für seine Partei kämpfen. Die Teilnehmer arbeiteten in unterschiedlichen Ausschüssen, Landesgruppen und Fraktionen.

Es gab drei fiktive Fraktionen in dem Planspiel: die „Bürgerliche Bewahrungspartei“ (BBP), die „Partei für Gerechtigkeit und Solidarität“(PGS) und die „Partei für Engagement und Verantwortung“(PEV). Die Zugehörigkeit zu den Parteien konnten sich die Schüler nicht selbst aussuchen, sie wurde ihnen vorab zugeteilt.

Es gab vier verschiedene Themen mit denen sich die jungen Abgeordneten beschäftigten.

  • Festschreibung von Deutsch als Landessprache im Grundgesetz
  • Einführung bundesweiter Volksabstimmungen
  • Ausweitung der Beteiligung deutscher Streitkräfte an einer EU-geführten Militäroperation im fiktiven Staat Sahelien
  • Verbesserung des Tierschutzes in der Landwirtschaft

Nach dem Empfang im Bundestag, bekamen die Teilnehmer Informationen für das Planspiel: ihre Rolle, ihre Parteizugehörigkeit, Wegweiser der Räumlichkeiten, etc. Danach gab es eine offizielle Begrüßung im Plenarsaal, dieses Jahr durch Dagmar Ziegler, MdB. Und dann lernten sich die Teilnehmer schon in ihren jeweiligen Landesgruppen kennen.

Nach dem Frühstück am nächsten Tag, stand nochmal ein kurzes Treffen in den Landesgruppen an, um den Ablauf und die Funktionsweise des Planspiels durchzugehen. Darauf folgten schon die ersten Fraktionssitzungen, Arbeitsgruppen- und Arbeitskreissitzungen. Die jungen Abgeordneten klärten am zweiten Tag die Inhalte aller Gesetzesvorlagen, sowie ihre Fraktionsstrategie zu den verschieden Themen. Denn der dritte Tag beginnt mit der Plenardebatte und ersten Beratung aller Gesetzesvorlagen im Plenarsaal. Die Sitzung wurde durch Johannes Singhammer, MdB und Vizepräsident des Deutschen Bundestages geleitet.
Anschließend standen wieder Fraktionssitzungen, Arbeitsgruppen- und Arbeitskreissitzungen sowie Ausschusssitzungen an der Tagesordnung. Die Jugendlichen besprachen hier Beschlussempfehlungen, bestimmten die Redner für die Plenardebatte und teilten die Redezeiten auf.
An diesem Tag haben die Teilnehmer außerdem die Möglichkeit gehabt, sich mit dem Abgeordneten zu treffen, der sie zu dem Planspiel eingeladen hat.

Ich freue mich dass ich die Schülerin Luiza von Knorre aus Gummersbach die Möglichkeit geben konnte, in das politische Berlin zu kommen und selber bei der Gesetzgebung mitzumachen.

Am letzten Tag ging es wieder in den Plenarsaal zur zweiten und dritten Beratung aller Gesetzesvorlagen.
Außerdem gab es eine spannende Podiumsdiskussion mit den Abgeordneten Michael Kretschmer (CDU/CSU), Dr. Carola Reimann (SPD), Dietmar Bartsch (Die Linke) und Dr. Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen). Moderiert wurde die Diskussion von Thomas Walde (ZDF).

Zu guter Letzt sprach der Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert ein passendes Schlusswort.

 

Das Planspiel ist für Jugendliche die ideale Methode um die Politik „von innen heraus“ zu betrachten und selber die Gesetzgebung mitzugestalten. Auch wenn es nur um fiktive Gesetze geht, so lernen die Teilnehmer doch die verschiedenen politischen Abläufe kennen und lernen wie schwer es ist ein Gesetz zu Verwirklichen.

Darüber hinaus ist es eine besondere Ehre für die jungen Schüler die Gebäude des Bundestages inklusive dem Plenarsaal betreten zu haben.