„I AM A GIRL – die Welt wird pink“ – Dritter internationaler Weltmädchentag

Am 11. Oktober feiert der Internationale Weltmädchentag seinen dritten Geburtstag. Anlass genug für den Deutschen Bundestag im Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und einer Debatte auf die weltweite Situation von Mädchen aufmerksam zu machen.

Im Jahr 2011 wurde auf Initiative der SPD-Bundestagsfraktion ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in den Bundestag eingebracht, mit dem die damalige Bundesregierung aufgefordert wurde, sich bei den Vereinten Nationen für die Einrichtung eines Weltmädchentages einzusetzen. Der Antrag wurde vom Bundestag mit großer Mehrheit angenommen. Diese Initiative hat dazu geführt, dass die Vereinten Nationen im Jahr 2011 den Weltmädchentag eingeführt haben.
Ein Jahr später wurde dann der Internationale Weltmädchentag das erste Mal begangen. Ziel des Jahrestages ist es, auf die Lage von Mädchen aufmerksam zu machen, denn sie sind noch immer besonders häufig Opfer von Gewalt, Ausbeutung, Ausgrenzung und Benachteiligungen – weltweit.

Wir wollen mit parlamentarischen Initiativen weiterhin unterstützen, dass Mädchen mehr Gleichberechtigung erfahren, dass vier Millionen Mädchen mindestens neun Jahre zur Schule gehen oder eine vergleichbare Bildung erhalten.
Probleme gibt es genug: 14 Millionen Mädchen unter 18 Jahren werden jedes Jahr verheiratet. Sie werden nicht nur ihrer Kindheit beraubt, sondern auch ihrer Chancen auf Bildung und Beruf. Mädchen aus den ärmsten 20 Prozent der Haushalte haben ein dreifach höheres Risiko als Kind verheiratet zu werden. Schwangerschaften und Geburten sind die Haupttodesursache für Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren.

Michaela Engelmeier, Mitglied im Ausschuss für die SPD-Fraktion, macht zudem darauf aufmerksam, dass viele Mädchen nach ihrer Geburt nicht offiziell registriert werden würden. Aber nur wer registriert ist, hat Mitbestimmungsrechte und Zugang u. a. zu Bildung so Michaela Engelmeier.

Allein in Afrika südlich der Sahara und in Südasien werden jährlich 51 Millionen Neugeborene nicht in ein Geburtenregister eingetragen. Ohne Registrierung existieren sie nicht. Allein schon deswegen können der Schulbesuch, Wählen, oder Erben unmöglich sein. Und sie werden häufiger Opfer von Menschenhandel. Dies betrifft vor allem Mädchen.

„ Ich werbe dafür, möglichst niedrigschwellige Registrierungsangebote zu schaffen. Bei der Impfdokumentation die Papiere gleich um die Registrierung zu erweitern oder etwa mittels einer Registrierung mit Handys zu agieren, die zum Beispiel in Afrika weit verbreitet sind.“

Bärbel Kofler weist darauf hin, dass von Gesetzesänderungen und einem Politikwandel 400 Millionen Mädchen und Jungen profitieren werden. Das kommende Jahr wird ein historisches Jahr. Die Staatengemeinschaft verhandelt neue Ziele in der Post-Agenda 2015 Prozess. Was dort entschieden wird, wird die Entwicklungszusammenarbeit in den nächsten 15 Jahren beeinflussen. Und was in diesen Zielen nicht verankert wird, wird vergessen bleiben.

Bärbel Kofler „Dafür muss Gleichberechtigung nicht nur als eigenes Ziel in der Post-2015-Agenda stärker verankert werden. Auch in alle anderen Ziele der neuen UN-Entwicklungsagenda müssen die Rechte von Mädchen und jungen Frauen einfließen, wenn wir sie erreichen wollen. Nur dann ist eine nachhaltige Veränderung erreichbar.“