Ein Recht auf Leben: Mütter- und Kindergesundheit verbessern

Weltweit stirbt alle zwei Minuten eine Frau während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, das sind mehr als 800 Frauen am Tag. Auch ihre Kinder sind gefährdet, so dass pro Jahr immer noch über sechs Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben, drei Millionen sogar schon in ihren ersten vier Lebenswochen. Aus diesem Grund stand auf der Tagesordnung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am 19. Oktober 2016 ein öffentliches Fachgespräch zum Thema „Mütter- und Kindergesundheit in Entwicklungs- und Schwellenländern“, für das Michaela Engelmeier, MdB, die zuständige Berichterstatterin der SPD gewesen ist.

 

Eine weltweite Verbesserung von Mütter- und Kindergesundheit kann zahlreiche positive Folgeeffekte haben und somit nicht nur zur Verminderung von menschlichem Leid, sondern auch zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen in Entwicklungsländern beitragen. Daher genießt sie zurecht eine hohe Priorität in der Entwicklungszusammenarbeit. Sowohl in die Liste der acht Millenniumsziele aus dem Jahr 2000 als auch in die der 2015 verabschiedeten 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele sind sie aufgenommen worden. Im Zeitraum von 1990 bis 2014 ist die Kindersterblichkeit von 12,7 Millionen Kindern jährlich auf etwa 6 Millionen gesunken. Dazu beigetragen haben im großen Maßstab Impfungen gegen Masern. So erhalten rund 84 Prozent der Kinder weltweit Impfstoffe. Dennoch muss hier festgehalten werden, dass 6 Millionen tote Kinder im Jahr nicht hinnehmbar sind. Die häufigste Ursache für den Tod von Kindern unter fünf Jahren ist Mangelernährung, welche für die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich ist. Eine gesicherte und ausreichende Ernährung bereits während der Schwangerschaft ist also zentral für die Entwicklung der noch ungeborenen Kinder. Auch nach der Geburt gilt, dass eine unter Mangelernährung leidende Frau ihr Neugeborenes nicht angemessen versorgen kann. Viele Kinder sterben auch an Krankheiten, die vermieden oder behandelt werden könnten. Dazu zählen Infektionen der Atemwege, Durchfall, Malaria und Masern. Diese Krankheiten sind besonders dann tödlich, wenn die Kinder unternährt sind, wenn sie kein sauberes Trinkwasser haben und wenn sie unter zum Teil katastrophalen hygienischen Bedingungen leben müssen. Durch einfache und kostengünstige Maßnahmen könnten mindestens zwei Drittel der Todesfälle im Kindesalter verhindert werden.

 

Eine weltweite Verbesserung von Mütter- und Kindergesundheit kann zahlreiche positive Folgeeffekte haben und somit nicht nur zur Verminderung von menschlichem Leid, sondern auch zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen in Entwicklungsländern beitragen. Daher genießt sie zurecht eine hohe Priorität in der Entwicklungszusammenarbeit. Sowohl in die Liste der acht Millenniumsziele aus dem Jahr 2000 als auch in die der 2015 verabschiedeten 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele sind sie aufgenommen worden. Im Zeitraum von 1990 bis 2014 ist die Kindersterblichkeit von 12,7 Millionen Kindern jährlich auf etwa 6 Millionen gesunken. Dazu beigetragen haben im großen Maßstab Impfungen gegen Masern. So erhalten rund 84 Prozent der Kinder weltweit Impfstoffe. Dennoch muss hier festgehalten werden, dass 6 Millionen tote Kinder im Jahr nicht hinnehmbar sind. Die häufigste Ursache für den Tod von Kindern unter fünf Jahren ist Mangelernährung, welche für die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich ist. Eine gesicherte und ausreichende Ernährung bereits während der Schwangerschaft ist also zentral für die Entwicklung der noch ungeborenen Kinder. Auch nach der Geburt gilt, dass eine unter Mangelernährung leidende Frau ihr Neugeborenes nicht angemessen versorgen kann. Viele Kinder sterben auch an Krankheiten, die vermieden oder behandelt werden könnten. Dazu zählen Infektionen der Atemwege, Durchfall, Malaria und Masern. Diese Krankheiten sind besonders dann tödlich, wenn die Kinder unternährt sind, wenn sie kein sauberes Trinkwasser haben und wenn sie unter zum Teil katastrophalen hygienischen Bedingungen leben müssen. Durch einfache und kostengünstige Maßnahmen könnten mindestens zwei Drittel der Todesfälle im Kindesalter verhindert werden.

 

Auch die Müttersterblichkeit ist seit 1990 fast um die Hälfte gesunken, doch noch immer leiden jedes Jahr weiterhin Millionen von Frauen unter Komplikationen in Verbindung mit Schwangerschaft und Geburt, obwohl sie vermeidbar wären. Jeden Tag sterben schätzungsweise 800 Frauen an diesen Komplikationen. Allerdings werden mittlerweile immerhin 71 Prozent der Geburten von medizinischen Fachpersonal betreut. Eine weitere Verbesserung der Qualität, Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von medizinischen Dienstleistungen für Schwangere und Mütter könnte die Situation weiter verbessern, ebenso wie Basisangebote der reproduktiven Gesundheit und eine Unterstützung von Müttern während der ersten Lebensjahre ihrer Kinder. Zusätzlich bedarf er aber auch einer Stärkung der sexuellen Gesundheit. Diese beinhaltet rechtliche und politische Strukturen, die es Frauen und jungen Mädchen ermöglichen von ihrem Recht auf sexuelle Gesundheit Gebrauch zu machen. Ihnen muss ermöglicht werden, selbstbestimmt über ihre Körper entscheiden zu können. Ein Weg das zu erreichen wäre ein flächendeckender Zugang zu Verhütungsmittel, beispielsweise Verhütungspillen. Eine Verbesserung der Mütter- und Kindergesundheit ist auch nicht zu erreichen, so lange Zwangsehen und Kinderbräute in vielen Regionen der Welt Normalität sind. Das Verheiraten von jungen Mädchen führt häufig zu frühen Schwangerschaften, die angesichts des Alters von Kinderbräuten von vornherein Risikoschwangerschaften sind. Denn je jünger das schwangere Mädchen ist, desto unreifer ist ihr Körper, wodurch das gesundheitliche Risiko für sie und ihr Kind enorm ansteigt. Weltweit werden jährlich knapp 17 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren Mütter, was rund 11 Prozent aller Geburten ausmacht. Zur körperlichen Gesundheit von Frauen und Mädchen zählt auch ein Ende von Genitalverstümmelung. Laut UNICEF sind mehr als 130 Millionen Mädchen und Frauen weltweit genitalverstümmelt, die tatsächliche Dunkelziffer dürfte noch größer sein. Genitalverstümmelte Frauen haben besonders mit Geburtskomplikationen und starken Entbindungsschmerzen zu kämpfen.

 

Eine Verbesserung von Mütter- und Kindergesundheit bedarf also mehr als nur medizinischer Grundversorgung, besserer Ernährung und Zugang zu Angeboten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Damit diese Maßnahmen überhaupt Wirkung zeigen können, ist zunächst die Verletzbarkeit von Frauen, die aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert und unterdrückt werden, zu reduzieren. Deshalb ist gerade mit Blick auf die Aufklärung über die sexuelle Entwicklung, Sexualität und reproduktive Gesundheit Bildung ein entscheidendes Element zur Verbesserung von Mütter- und Kindergesundheit.

 

„Das Thema Mütter- und Kindergesundheit darf kein Randthema in der Entwicklungspolitik sein. Es muss mit Entschlossenheit angegangen werden, um sowohl die Kinder als auch die Mütter besser zu schützen. Auch wenn sich die Mütter- und Kindersterblichkeit seit 1990 halbiert hat, darf uns das als SPD-Bundestagsfraktion nicht reichen. Unser Anspruch ist es Voraussetzungen zu schaffen, dass Schwangerschaft kein Risiko mehr für Leib und Leben darstellt“ sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier im Vorfeld des Fachgesprächs „Mütter- und Kindergesundheit in Entwicklungs- und Schwellenländern“ im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit am 19. Oktober 2016.

In der Anhörung zeigten die eingeladenen Sachverständigen Herausforderungen und Ursachen für die Mängel bei der Mütter- und Kindergesundheit auf. Darauf aufbauend legten sie strategische Ansätze und Maßnahmen in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit dar und bewerteten diese. Weiterhin gaben sie Empfehlungen, was politisch getan werden sollte, um die Zahl der Mütter- und Kindersterblichkeit weiter zu reduzieren.

 

Als Sachverständige nahmen am öffentlichen Ausschussgespräch teil Dr. Naveen Rao (Lead MSD for Mothers), Yosi Echeverry Burckhardt (UNICEF Deutschland), Dr. med. Gisela Schneider (Deutsches Institut für ärztliche Mission), Dr. Detlef Virchow (Plan International) und Marwin Meier (World Vision Deutschland e.V.).

 

Yosi Echeverry Burckhardt von UNICEF Deutschland betonte in ihrem Eingangsstatement die Wichtigkeit von Kinderrechten. Jedes Kind hat ein Geburtsrecht, ein Recht auf Registrierung, ein Recht auf Schutz vor Gewalt, ein Recht auf medizinische Versorgung und ein Recht auf Bildung. Bei der Umsetzung von Kinderrechten setzt UNICEF auf einen rechtsbasierten Ansatz. Strukturelle Probleme in den Entwicklungs- und Schwellenländern werden angegangen, indem öffentliche Systeme gefördert werden. Ziel ist die Verwirklichung von Kinderrechten. Kinderrechte sind Menschenrechte und müssen daher auch politisch in den entsprechenden Ländern verankert werden. Als Beispiel für Probleme, die sich mit Mütter- und Kindergesundheit ergeben können, nannte sie ein entlegenes Dorf in Myanmar, fünf Stunden entfernt von der nächsten medizinischen Einrichtung. Die Wege dorthin führen durch Dschungel, Gebirge und über Flüsse. Es gibt nur einen ehrenamtlich im Gesundheitswesen Aktiven, der die Dörfer der Region regelmäßig besucht. Ansonsten führen die Frauen Geburten traditionell aus. Dazu gehört es auch, dass die Frau abnimmt, damit das Kind bei der Geburt möglichst klein ist. Hier ergeben sich Probleme dadurch, dass das Kind unterversorgt und schwach ist. Außerdem wird das Neugeborene bei keiner staatlichen Stelle registriert, das heißt offiziell existiert es nicht. Davon sind geschätzt 290 Millionen Kinder weltweit betroffen.

 

Ohne Registrierung fehlt es ihnen an Möglichkeiten Ansprüche geltend zu machen, die ihnen eigentlich zustehen. So ist es für sie unter anderem nicht möglich an Bildungsprogrammen teilzunehmen. Dabei ist gerade Bildung entscheidend, um die Mütter- und Kindergesundheit in Entwicklungs- und Schwellenländern zu verbessern, wie auf Nachfrage der Abgeordneten Michaela Engelmeier deutlich wurde. Bildung ermöglicht Chancen und Perspektiven für Frauen und Kinder und ist wichtig um die Verletzbarkeit von Frauen zu reduzieren. Als Beispiel, die Mütter der meisten genitalverstümmelten Mädchen sind Analphabetinnen. Um die Bildung voranzutreiben bedarf es eines multisektoralen Ansatzes, der sexuelle Aufklärung ebenso berücksichtigt wie die vor Ort gegebenen religiösen und traditionellen Strukturen.

 

Auch Dr. Detlef Virchow von Plan International betonte die Bedeutung von Registrierung als Werkzeug zur Verbesserung der Mütter- und Kindergesundheit. In mehr als 100 Ländern fehlt es an staatlichen Registrierungssystemen, was einen großen Mangel an Daten zur Folgen hat. Ohne Daten können konkrete Probleme allerdings nur schwer aufgedeckt bzw. nur schwer Lösungen für Probleme gefunden werden. Neben einer Stärkung von Registrierungssystemen empfahl er der Bundesregierung eine verstärkte Förderung der Gleichberechtigung der Geschlechter. Er stellte klar, dass das Globale Nachhaltigkeitsziel 3, ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern, nicht ohne das Globale Nachhaltigkeitsziel 5, Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen, umgesetzt werden kann. Zur Geschlechtergerechtigkeit zählt eben auch, dass Mädchen und junge Frauen die gleichen Bildungschancen haben wie Jungen und Männer. Denn je höher der Bildungsgrad, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft, insbesondere einer Teenagerschwangerschaft.

 

Das Fachgespräch hat gezeigt, dass es nicht die eine universelle Lösung für die Verbesserung von Mütter- und Kindergesundheit gibt, sondern dass es einer Vielzahl multisektoraler Ansätze bedarf. Neben ausreichender Ernährung für Mutter und Kind sind auch andere Faktoren wie der Zugang zu medizinischer Versorgung, sexuelle Aufklärung, Verhütungsmittel, Bildung und die Registrierung von Neugeborenen wichtig. Und es hat deutlich gemacht, dass das Thema mit ganz oben auf der Agenda der Entwicklungspolitik steht, wofür sich Michaela Engelmeier auch weiterhin einsetzen wird.