Berufliche Bildung zukunftssicher gestalten

Neben dem BAföG soll nun auch die berufliche Bildung fit für die Zukunft gemacht werden. Die Koalitionsfraktionen haben ihre Reform- Empfehlungen Ende Mai ins Parlament eingebracht. Nach dem zuständigen Bundestagsausschuss hat am Donnerstag auch das Parlament dem Antrag von Union und SPD zugestimmt.

Die Stärke der deutschen Wirtschaft zeichnet sich durch ihr hohes Maß an Innovationsfähigkeit aus. Eine Ursache dafür liegt in unserer leistungsfähigen beruflichen Bildung, insbesondere in der dualen Berufsbildung. Sie ist weltweit als Schlüsselfaktor für Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und hohe Beschäftigungsquoten anerkannt. Das bestätigte auch die von der Bundesregierung eingerichtete Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in ihrem jüngst veröffentlichen Jahresgutachten 2014.

Gleichzeitig können aber viele Unternehmen ihre freien Ausbildungsplätze nur schwer besetzen. Es gibt „Passungsprobleme“ zwischen den Ausbildungsangeboten und Ausbildungswünschen der jungen Erwachsenen, insbesondere zwischen Regionen und Branchen. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist auf einem historischen Tiefstand.

Um zukunftsfähig zu bleiben, ist es daher wichtig, dass auch die berufliche Bildung nun stärker in den Blick genommen wird, betonten Rainer Spiering und Willi Brase, die für die SPD im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung sitzen. Dafür will die SPD-Bundestagsfraktion die Berufsausbildung in Deutschland anpassen: u. a. an die Veränderungen der Produktions- und Arbeitswelt und an die Folgen der demografischen Entwicklung. So steht es auch im Antrag der Koalitionsfraktionen (Drs. 18/1451) und der Beschlussempfehlung des zuständigen Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (Drs. 18/2856), die am Donnerstagabend vom Parlament abschließend beraten und beschlossen wurden.

Berufsbildung modernisieren
In ihrem gemeinsamen Antrag schlagen die SPD- und CDU/CSU-Bundestagsfraktion verschiedene Maßnahmen vor, um die Inhalte und Rahmenbedingungen beruflicher Bildung für junge Menschen wie für bereits Erfahrene zu verbessern. Unter anderem fordern sie,

  • den Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs 2010-2014 zur Allianz für Aus- und Weiterbildung fortzuentwickeln,
  • eine Ausbildungsgarantie für alle Bewerberinnen und Bewerber anzustreben,
  • bestehende Berufsbilder zu modernisieren,
  • den Übergang zwischen Schule, Ausbildung und Beschäftigung zu optimieren,
  • die Durchlässigkeit zwischen der beruflichen und akademischen Ausbildung zu verbessern und
  • die berufliche Aufstiegsfortbildung zu stärken (Meister-BAföG).

Die Regierung ist nun gefordert, in diesem Sinne aktiv zu werden. Jungen Menschen Zukunftschancen bieten In seiner Rede regte Spiering an, durch universitäre Forschung herauszufinden, was junge Menschen von einer dualen Berufsausbildung erwarten, und auch die universitäre Ausbildung von Berufsschullehrkräften zu modernisieren. Zudem könne man die Berufsorientierung durch mobile Beratungsstellen stärken. Außerdem sollen Auslandsaufenthalte während der dualen Ausbildung gefördert werden, so Spiering.

Brase machte deutlich: Der Einstieg über eine duale Ausbildung ist für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten genauso viel wert wie der schulische und akademische. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt daher auch die Einführung von Jugendberufsagenturen nach Hamburger Vorbild. Denn dort sitzen alle beteiligten Akteure unter einem Dach – von der Agentur für Arbeit bis zur Schul- und Sozialbehörde –, um Jugendlichen aus einer Hand Unterstützung beim Einstieg ins Berufsleben zu bieten.

SPD-Fraktion veranstaltet Kongress zur Berufsbildung
Am 10. November 2014 veranstaltet die SPD- Bundestagsfraktion den Kongress „Rückenwind für die berufliche Bildung“, um die Herausforderungen im deutschen Berufsbildungssystem zu diskutieren und über ihre Vorhaben in der Berufsbildungspolitik zu informieren. Schwerpunktthemen werden sein: die Allianz für Aus- und Weiterbildung und die Attraktivität beruflicher Bildung.