Berufliche Bildung stärken

Berufliche Bildung ist ein Schwerpunkt des Koalitionsvertrags zwischen SPD und Union. Der Antrag, den die Koalitionsfraktionen heute in den Bundestag einbrachten, untermauert diesen Schwerpunkt. Chancen von jungen Menschen sollen so gestärkt und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Berufliche Bildung ist ein Schwerpunkt des Koalitionsvertrags zwischen SPD und Union. Der Antrag zur beruflichen Bildung, den die Koalitionsfraktionen heute in den Bundestag einbrachten, untermauert diesen Schwerpunkt. Der Antrag fordert die Bundesregierung dazu auf, sich für eine noch höhere Durchlässigkeit im Bildungssystem und die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung einzusetzen. Die Allianz für Aus- und Weiterbildung den nationalen Ausbildungspakt soll ab 2015 fortgesetzt und mit den Sozialpartnern eine Ausbildungsgarantie umgesetzt werden. Denn alle an der Ausbildung Beteiligten – Bund, Länder, Sozialpartner, Berufsschulen– müssen im Sinne der Jugendlichen und zur Bewältigung des Fachkräftemangels ihrer Verantwortung gerecht werden und kooperativ zusammenwirken.

Deutschland schneidet im Bereich der beruflichen Bildung im internationalen Bereich stark ab. Dennoch steht das duale System vor Herausforderungen, die sich auch im Berufsbildungsbericht wiederfinden. So gibt es unter anderem Matching-probleme zwischen der hohen Anzahl Ausbildungssuchender und den vorhandenen Ausbildungsplätzen, niedrige Quoten von AusbildungsanfängerInnen mit Zuwanderungshintergrund und eine grundsätzlich niedrige Ausbildungsquote von etwa 20 Prozent aller Betriebe.

Die Berufsausbildung müsse an Veränderungen in der Arbeitswelt, Auswirkungen der Demografie und gewandelte Strukturen im Bildungsprozess angepasst werden, fordern die Abgeordneten in ihrem Antrag. Es werde wichtiger, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung wertzuschätzen und mit Substanz zu füllen. Beide Bildungswege müssten jungen Menschen interessante Perspektiven eröffnen.

 

Beratungsmöglichkeiten ausbauen.

Der Antrag von SPD und Union zielt auch darauf ab, Jugendliche und Weiterbildungswillige künftig noch besser zu beraten. Lokal verankerte Netzwerke von Beratungs- und Informationsangeboten sollen dies leisten können. So genannten Bildungsketten sollen ausgebaut werden: Junge Menschen sollen möglichst früh ihre Potenziale erkennen und durch eine gezielte Berufsorientierung den Übergang in Ausbildung meistern können. Rainer Spiering sagte in seiner Rede, dass es kein Scheitern sei, wenn Studierende erkennen würden, dass das Studium nicht das Richtige für sie sei. In solchen Fällen müsste es jedoch bessere Beratung geben, um jungen Menschen ihre anderen Chancen auf eine berufliche Bildung aufzuzeigen.

Junge Menschen mit Behinderungen sollen besser in Ausbildung integriert und unterstützt werden. Die Berufseinstiegsbegleitung und die assistierte Ausbildung für Jugendliche mit schlechteren Startchancen soll ebenfalls verbessert werden. Staatsministerin und SPD Abgeordnete Aydan Özoğuz verwies in ihrer Rede im Bundestag auf die schlechteren Chancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die diese schon in der Bewerbungsphase trotz gleicher Qualifikation hätten. Ausländisch klingende Namen führen noch immer zu Diskriminierung bei Einladungen zu Auswahlgesprächen. Özoğuz kündigte an, dass der Integrationsgipfel in diesem Jahr das Schwerpunktthema Ausbildung haben wird.

Zudem soll das Berufsbildungsgesetz evaluiert werden. Ziele für eine Weiterentwicklung des Gesetzes sind u. a. die Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen beruflichen und hochschulischen Bildungswegen, die Stärkung der Ausbildungsqualität und gestufter Ausbildungen, die Bildung von Berufsfamilien, sowie die Sicherung des bürgerschaftlichen Engagements in den Prüfungsgremien.

Ernst Dieter Rossmann, Sprecher der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung, betonte in seiner Rede die Rolle der Weiterbildung für die Fachkräfteoffensive. Rossmann plädiert neben einem Recht auf Erstausbildung für ein Recht auf Weiterbildung. Ein Recht auf drei Jahre berufliche Weiterbildung machten bei einer Berufsbiografie zudem nur zwei Wochen im Jahr aus, erklärte er seine Idee.