70 Jahre Exodus: die Flucht von Holocaustüberlebenden nach Palästina

Am 11. Juli vor 70 Jahren stach das Schiff „Exodus“ von Frankreich aus mit Ziel Palästina in See. An Bord: ungefähr 4.500 Überlende des Holocaust. Sie wollten aus Europa fliehen um in Palästina, welches zur damaligen Zeit noch von den Briten im Auftrag der Vereinten Nationen verwaltet wurde, eine neue Heimat zu finden. Die Briten gestatteten den jüdischen Flüchtlingen allerdings keine Migration nach Palästina.

Als die Exodus eine Aufforderung der Briten zur Umkehr missachtete, wurde sie von 20 britischen Schiffen gestoppt und ein Enterversuch begann. Der Kampf um die Exodus dauerte mehrere Stunden, da sich die Flüchtlinge auf den Schiff mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzten. Es kam zu vielen Verletzten und vier Toten. Denn erst als die Briten von Schusswaffen Gebrauch machten, stellten die Passagiere der Exodus ihren Widerstand ein.

Das Vorgehen der Briten war ein Versuch ein Exempel zu statuieren, um zukünftige illegale Migration nach Palästina von vornherein zu unterbinden. Dementsprechend unmenschlich verfuhren sie dann auch mit den Holocaustüberlenden auf der Exodus. Das Schiff wurde nach Haifa geschleppt, wo die Passagiere auf drei Gefängnisschiffe verlegt wurden. Diese brachten sie nach zurück Frankreich, zum Ausgangsort ihrer Seereise.

Die jüdischen Flüchtlinge zeigten jedoch ihren starken Willen und weigerten sich die Schiffe zu verlassen. Unter unsäglichen Bedingungen und in größter Sommerhitze mussten sie drei Wochen verharren, bevor sie auf ihren Schiffen nach Hamburg gebracht, mit Gewaltanwendung vom Schiff getrieben und in ein Internierungslager bei Lübeck festgesteckt wurden. Die Überlebenden des Holocaust wurden also in das Land der Täter zurückgebracht, um dort wieder in Lager gesteckt zu werden.

In der Zwischenzeit hatte die ganze Welt vom Schicksal der Exodus und seiner Passagiere erfahren und es entstand ein immenser öffentlicher Druck auf die britische Regierung. Nach einem Monat wurden die Wachen vom Lager abgezogen und die Insassen konnten es wieder verlassen. Die meisten von ihnen machten sich wieder auf den Weg nach Palästina.

Es ist auch dieser Hartnäckigkeit und Willensstärke der Holocaustüberlebenden zu verdanken, dass bald darauf der Staat Israel gegründet werden konnte. Die Geschichte der Exodus hat der Öffentlichkeit verdeutlicht, dass die Juden eine sichere Zuflucht brauchen, die es nur in Israel geben kann.