50 Jahre Sechstagekrieg

Dieses Jahr jährt sich der Sechstagekrieg zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn Ägypten, Jordanien und Syrien zum 50. Mal. Nach dem Unabhängigkeitskrieg 1948 und der Sueskrise 1956 war er der dritte Arabisch-Israelische Krieg. Der Sechstagekrieg begann am 5. Juni 1967 mit einem Präventivschlag der israelischen Luftwaffe gegen ägyptische Luftwaffenstützpunkte. Das Ziel Israels war es, einem befürchteten Angriff der arabischen Staaten zuvorzukommen.

Die Bedrohungslage für Israel war sehr konkret. Am 16. Mai ließ der ägyptische Präsident Nasser seine Armee in höchste Bereitschaft versetzen, verlegte seine Truppen an die israelische Grenze und bewirkte einen Rückzug der seit 1957 auf der Sinai-Halbinsel stationierten UN-Truppen. Der unmittelbare Auslöser für den Krieg aber war die Sperrung der Seestraße von Tiran durch Ägypten. Dies war aber nur der vordergründige Kriegsgrund für Israel. Tatsächlich ging es um die anhaltende Bedrohung seiner Existenz durch die arabischen Nachbarstaaten.

An Ende des sechs Tage dauernden Krieges hatte Israel den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland und auch Ostjerusalem unter seine Kontrolle gebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt stand Ostjerusalem und damit auch die Klagemauer unter der Kontrolle Jordaniens, welches Juden den Zutritt zu ihrem heiligsten Ort versperrte. Dieser Krieg und sein Ausgang beeinflussen den Nahost-Konflikt bis heute. Insbesondere die Frage nach der Kontrolle Jerusalems und seiner Heiligtümer ist seither in allen Verhandlungen das strittigste Thema.

Dieser gewonnene Krieg war für die Israelis ein Grund zur Freude. Sie hatten nach langer Zeit wieder Zugang zu ihrem Heiligtum und die Bedrohung ihrer Existenz wurde entschärft. Aber vor allen Dingen, nach den Schrecken des Holocausts hatten Juden weltweit mit dem Staat Israel eine Heimat gefunden, in der sie nicht mehr aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden und diesen frei ausüben können.